angespielt #000 – Die Nullnummer

Liebe Menschen da draußen,

nicht nur mag die überwältigende Präsenz des jederzeit und allerorts verfügbaren Backkatalogs im „Zeitalter der musikalischen Grenzenlosigkeit“ schier überwältigend wirken, auch nährt sich dieser Überfluss aus einem steten Neuerscheinungsstrom, der es uns Hörer*innen zunehmend erschwert, diesen unerschöpflichen Quell zu erschließen.

Ben Ratliff, Musikkritiker der New York Times, skizziert in seinem 2016 erschienen Buch »Every Song Ever: Twenty Ways to Listen In An Age of Musical Plenty« alternative Wahrnehmungskategorien und Hörweisen, um sich der musikalischen Erbmasse zu nähern und genreübergreifende Sinnzusammenhänge offenzulegen. Geht es allerdings darum, beim Waten durch den Ozean der Neuerscheinungen Ungehörtes und Unbekanntes zu entdecken, bleibt den geneigten Hörer*innen häufig jedoch nur blindes Vertrauen in die Akkuratesse selbstgespeister Algorithmen und intransparenter, personalisierter Geschmacksprofile der marktführenden Streaminganbieter*innen und großen Onlineversandkaufhäuser.

In der Rubrik »angespielt« habe ich vor, euch möglichst regelmäßig auf akustische Fundstücke hinzuweisen, die ich auf den Streifzügen durch das Veröffentlichungsdickicht der freien, improvisierten und formsprengenden Musik entdeckt habe und auf die es sich meiner Einsicht nach hinzuweisen lohnt. Dabei steht nicht das Unterfangen im Vordergrund, eine möglichst elaborierte Rezension dieser Titel zu leisten (zu diesem Zweck wird es ein weiteres  Format geben — dazu später mehr), vielmehr soll »angespielt« als ergänzende Informationsquelle für eure eigenen musikalischen Erkundungsgänge und auditiven Feldforschungen dienen.

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